AUSVERKAUFT – Poesie des Lebens

24.09.2020   Theateraufführungen der Theatergruppe der Seefelder Mühle

Als nach und nach bekannt wurde, dass die Theatergruppe an der Seefelder Mühle mit ihrer Regisseurin Heike Scharf auch in diesen Zeiten der Corona- Beschränkungen ein Theaterstück aufführen würde, fragten sich viele: Wie kann die Gruppe das schaffen? Eine berechtigte Frage, denn das Kernstück ihrer Arbeit war bisher, dass die Texte von den Darstellern im gemeinsamen Spiel selbst entwickelt wurden. Wie sollte das in den Zeiten des Lockdowns gelingen? Wenn man nicht im direkten Kontakt aufeinander eingehen kann, bedeutet das nicht das Ende des Spiels?

Die Lösung ist so einfach wie genial und so typisch mutig und kreativ für Heike Scharf und ihre Gruppe: Jeder bekommt seine eigene Bühne! Wer das Dorfgemeinschaftshaus in Seefeld kennt, weiß, dass dort schon einiges an Bühnenbildern gebaut wurde, was die Zuschauer staunen ließ. Aber vierzehn Bühnen? Das ist doch nicht möglich. Doch! sagt die Regisseurin, und entwickelt folgende Idee: Wir brauchen kleine mobile Bühnen, die möglichst nichts kosten und nebeneinander mit entsprechendem Abstand aufgestellt werden können. Wunderbar geeignet sind dazu zwölf Schränke. Jeder dieser Schränke ist die Bühne für einen Schauspieler, die er auch selbst gestalten kann. Zwei Frauen spielen außerhalb der Schränke. Das ist die Organisation. Und welches ist die Spielidee? Die zwei Frauen vor den Schränken erzählen eine Lebensgeschichte in zwölf Kapiteln, die wir alle kennen: Kindheit, Krieg, Hunger, Neubeginn, Verliebtheit, Ehe, Kinder, Alltag, Liebeskummer, Trennung, Einsamkeit und Tod. Für jedes Kapitel öffnet sich eine Tür und die Geschichte wird durch die darin wohnende Person lebendig. Dazu kommt noch die Choreographie ins Spiel. Im Leben gibt es kein einfaches Nacheinander. Alles ist miteinander verbunden. Sogar der Tod schaut manchmal von Anfang an durchs Schlüsselloch, und wo hat nicht überall der Alltag Platz? Es wird also beweglich und spannend, auch wenn jeder immer mit seiner Bühne in Verbindung bleiben muss. Und die Texte? Es wird doch im Spiel erzählt und die Texte konnten nicht gemeinsam entwickelt werden. Ganz einfach! Was kann eine Darstellerin oder ein Darsteller wunderbar alleine an Texten erarbeiten? Der Titel des Stücks Poesie des Lebens legt es nahe: Es sind Gedichte.

Theaterstücke in Versform haben eine lange Tradition. Hier wird sie auf ganz besondere Weise aufgenommen und umgesetzt. Gedichte berühren uns im Innersten, sie verdichten das Leben und das Lebensgefühl so, dass wir sie sofort verstehen, obwohl wir selbst vielleicht nicht in der Lage wären, unsere Empfindungen auf diese Weise in Worte zu fassen. Diese Gedichte werden auch nicht „aufgesagt“. Im Gegenteil! Sie werden zur Sprache des Darstellers, der sich auf sie einlässt und zu einem Teil seiner selbst macht. Das ist die Herausforderung dieses Theaterstücks, das wir mit Spannung erwarten. Heike Scharf hat drei Gedichte vorgegeben. Als ihre Lieblingsdichter nennt sie Joachim Ringelnatz, Hermann Hesse und Khalil Gibran. Die übrigen Texte suchten sich die Darsteller selbst zu ihrem jeweiligen Lebensbild. Und dann hieß es lernen, lernen, lernen ganz anders als sonst bis zum ersten mit Sehnsucht erwarteten Treffen im Mai. Immer noch auf Distanz aber doch endlich wieder als Gruppe mit einem gemeinsamen Thema und einem gemeinsamen Ziel. Das Spiel konnte trotz aller Schwierigkeiten und Auflagen beginnen zur großen Freude der Darsteller.

Es wird auch Ihnen gefallen, denn selbst, wenn der Tod wie immer im Leben mitspielt, weiß jeder, der Heike Scharf kennt, dass der Humor nicht zu kurz kommt und dass ihr der Schalk aus den Augen blitzt. (Text von Regina Hartmann)

 

Poesie des Lebens
Ein Leben in Poesie erzählt.
Dafür wurden viele Gedichte gewählt.
Alte und neue Verse werden Sie hören,
nur gedacht, Sie zu betören.
Gehen Sie mit auf diese Reise,
die wir auf so ungewohnte Weise,
Ihnen präsentieren werden,
mit Farben, Stimmen und Gebärden.
Das Wichtigste aber sollte sein,
und das nehmen wir nicht zu klein,
dass wir uns, trotz dieser ungewöhnlichen Zeit wiedersehn,
und nicht nur unsere eigenen Wege gehn.
Seien Sie also Herzlich Willkommen bei unserem Stück
und wünschen Sie uns jetzt schon einmal Glück,
dass wir es auch wirklich auf die Bühne bringen können,
denn wir würden es uns allen gönnen!

Gruppenfoto 2020

 Alle Aufführungen sind ausverkauft.

Termine: Premiere am Donnerstag, 24.09. 2020 um 19 Uhr

Freitag, 25.09., 19.30 Uhr

Sonntag, 27.09., 16 Uhr

Montag, 28.09., 19.30 Uhr

Dienstag, 29.09., 19.30 Uhr

Mittwoch, 30.09., 19.30 Uhr

Donnerstag, 01.10., 19.30 Uhr

Freitag, 02.10., 19.30 Uhr

Samstag, 03.10., 18 Uhr

Eintritt: 12€

Aufführungsort: Dorfgemeinschaftshaus Seefeld, Hauptstraße 41, 26937 Stadland / Seefeld

Wir bitten um Vorkasse auf das Konto der Seefelder Mühle, DE23 2826 2673 0015 3940 00 unter Angabe der Kartenanzahl und des Aufführungsdatums.

Begrenztes Platzangebot, daher ist eine Vorabreservierung unbedingt nötig! Die Plätze werden nach Eingang der Reservierung und Anzahl der Personen fest vergeben.

Platzreservierung: 04734-1236 oder kulturzentrum@seefelder-muehle.de

 

 

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