Geschichte

Ursprünglich stand die Seefelder Mühle neben zwei anderen in Oldenburg am Stau. Der genaue Standort lässt sich heute leider nicht mehrermitteln, es gibt jedoch zeitgenössische Darstellungen, die diese drei Mühlen im heutigen Hafengebiet des alten Oldenburg zeigen.

Im Jahr 1874 wurde die Mühle nach Seefeld verkauft, was nichts UngewP1010021a_1öhnliches war. Es war durchaus üblich, die wertvolle Zimmermannsarbeit nicht abzureißen, sondern sie an anderer Stelle wieder aufzubauen und weiter zu nutzen.

So ging 1876 die Mühle an ihrem heutigen Standort als Seefelder Mühle wieder in Betrieb und ist bis zum Jahr 1968, also beinahe 100 Jahre, kommerziell genutzt worden. In diesem Zeitraum hatte die Mühle jedoch viele Besitzer:  Müller Johann Hinrich Höpken, der Käufer der Oldenburger Mühle, hat sich mit dem Ausbau mit Scheune und Bäckerei offenbar übernommen und gab schon 1883 den Betrieb auf.

Von da an verzeichnet die wechselvolle Geschichte der Mühle Zwangsversteigerungen, Verkäufe und Käufe und damit verbunden auch häufige Besitzerwechsel. Im Brandkassenregister finden sich die Namen Fuhrken, Rosenbusch, Ehlers, Martens, Albers und Eymers.

Während all dieser Jahre wurden zahlreiche bauliche Veränderungen vorgenommen, wie der Bau eines Pack- und Maschinenhauses um 1900, dem Einbau eines dritten Mahlgangs, von denen einer in der Zeit von 1903 bis 1928 mit Dampfkraft betrieben wurde.

Nachdem der letzte Müller, Erich Eymers, 1968 den Betrieb endgültig eingestellt hatte, verfiel die Mühle zusehends. In den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs, so erzählt ein Zeitzeuge, haben Wehrmachtssoldaten Öffnungen in die Mühlenkappe geschnitten, um von dort aus die anrückenden Alliierten Streitkräfte aufzuhalten. Diese Beschädigungen, die mit damaligen Mitteln nur ungenügend behoben werden konnten, führten aber zu einer Vorschädigung des Balkenwerks durch Feuchtigkeit, die sich nun gravierend auswirkten.

Besonders hervorzuheben ist der Einsatz des Ehepaars Merker, die 1976 die Mühle ersteigerten und ab 1978 mit großem Einsatz aufwändig restaurierten, so dass 1986 im Rahmen eines großen Dorffestes die Mühle wieder eingeweiht werden konnte.

1987 gründete sich der Verein „De Seefelder Möhl e.V.“ Seit 1989 befindet sich die Mühle im Besitz der Gemeinde Stadland, wobei der Verein Seefelder Mühle ein vertraglich vereinbartes Nutzungsrecht an den Räumen der Mühle hat.

In den Jahren 2001 bis 2004 erfolgte mit Hilfe öffentlicher und privater Fördergelder eine sehr umfangreiche Restaurierung, bei der nach denkmalpflegerischen und mühlentechnischen Gesichtspunkten viele Teile der Mühle erneuert und grundüberholt wurden.

Ebenfalls seit dem Jahr 2001 wird der fachgerechte Betrieb der Mühle durch ausgebildete Müller gewährleistet.

Die Seefelder Mühle ist neben der Moorseer Mühle die letzte von etwa 120 Mühlen, die einstmals in der Wesermarsch gestanden haben, wovon noch viele Mühlenstümpfe und besonders Ortsbezeichnungen und Flurnamen zeugen.

Hier finden Sie einen Flyer mit weiteren Informationen zum historischen Denkmal:

Flyer Mühle aktuell